Das war ich nicht.

Bis Anfang dreißig ist es einfach normal zu sein. So so.

Einen Buchtipp in einer ganz besonderen Buchhandlung zu bekommen, hat für mich ja immer einen gewissen Zauber.

Und ein bisschen aufgeregter als sonst, fange ich dann an, dieses Buch zu lesen. Denn wenn man so wunderbare Stunden mit dem Inhaber und seinen Stammkunden verbracht hat und am Ende um einen Buchtipp bittet, darf man durchaus etwas gespannter sein als sonst. In diesem Fall war ein Treffer schon sehr wahrscheinlich, denn ich habe noch nie in meinem Leben eine Buchhandlung gesehen, in der ich so viele Bücher hab stehen sehen, die ich zu meinen absoluten Favoriten zählen würde. Und nun wieder: Bingo, Büchers Best.

„Bis Anfang dreißig ist es einfach, normal zu sein. Alle Probleme kann man unter postadoleszenten Überspanntheiten verbuchen und sich bei jeder Krise damit beruhigen, dass irgendwann alles anders sein wird. Besser. Dann kommt das Alter in dem einem die jugendliche Verzweiflung nicht mehr steht. Wer unter dreißig ist und viel trinkt, ist ein Partytyp, jenseits der dreißig ist man Alkoholiker; aus sympathisch verplant wird schnell verlebt. Jenseits der dreißig entscheidet sich, ob der Mensch, der man geworden ist, für die nächsten fünfzig Jahre taugt.“ – Meike

Drei Protagonisten erzählen die Geschichte ihres Scheiterns, die jeweils auf absurde und amüsante Weise miteinander verwoben sind. Meike, die Übersetzerin, die ihrem amerikanischem Bestsellerautor Henry hinterher jagt, damit sie endlich wieder Arbeit und einen Job hat. Der aber, aufgrund einer massiven Schreibblockade, doch nicht den schon lange von der gesamten Literaturwelt erwarteten Jahrhundertroman schreiben kann. Und Jasper, der Banker, der alles total vermasselt. Ein hinreißender und kluger Roman – über den Verlust von Illusionen und den Abschied von der Unbeschwertheit des Lebens.

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„Das war ich nicht“ von Kristof Magnusson, 288 Seiten, Goldmann Verlag

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